Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) besteht zumeist für alle Beteiligten nur in einer nebulösen Vorstellung. Weder Arbeitgeber, noch Arbeitnehmer kennen ihre Rechte und Pflichten.
So zukunftsorientiert wie das Thema ist, bestehen die Probleme jedoch bereits heute. Der Gesetzgeber hat die Instrumentarien bereitgestellt. Es ist daher an der Zeit, sich mit dem Thema sachlich auseinanderzusetzen.

für Arbeitgeber?

Dem Arbeitgeber stellen sich zunächst arbeitsrechtliche (Zusage), dann ein steuer- und sozialversicherungsrechtliche (Nutzen) und zum Schluss ein versicherungsrechtliche (Durchführung, Realisierung, Rückdeckung) Fragen.
Die Fragen der bAV setzen weitreichende Kenntnisse voraus um Haftungsfallen zu vermeiden. Dem Arbeitgeber, der heute noch glaubt, er könne sich der Einrichtung einer bAV entziehen, wird ein Blick ins Betriebsrentengesetz empfohlen. Verlangt bspw. ein Arbeitnehmer die Entgeltumwandlung zu Gunsten einer bAV (§ 1a BetrAVG), dann muss der Arbeitgeber diesem Verlangen nachkommen. Ähnlich kann er bei der Neueinstellung eines bereits beim Alt-Arbeitgeber mit einer bAV versorgten Arbeitnehmers, zur Übernahme dieser bAV verpflichtet sein.
Auf der anderen Seite birgt die bAV auch für ihn nicht zu unterschätzende Vorteile und Sparprotentiale. Als Arbeitgeber sollten Sie sich so früh wie möglich mit diesem Thema auseinandersetzen, bevor das Thema sich mit Ihrem Betrieb auseinandersetzt.
... übrigens ...
Die Betriebsgröße ist unerheblich. Eine Kleinbetriebsklausel wie im Kündigungschutzgesetz (KSchG) gibt es nicht. bAV beginnt mit dem ersten Arbeitnehmer.

für Arbeitnehmer?

Dem Arbeitnehmer von heute muss klar sein, dass das gesetzliche Rentensystem zukünftig allenfalls noch eine Basisversorgung darstellen wird.
Das gesetzliche Rentenalter ist bereits heraufgesetzt worden. Es ist damit zu rechnen, dass sich sich dieser Trend fortsetzt.

Damit gewinnt das Thema private und betriebliche Altersversorgung enorm an Bedeutung.
Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber seit 2002 die Möglichkeit geschaffen, dem Arbeitnehmer den Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge zu sichern.
Der Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber verlangen, dass ein Teil seines künftigen Arbeitsentgelts in eine bAV eingezahlt wird. Dieses macht, egal in welchem Alter, auch Sinn angesichts der Tatsache, das bestimmte Berufsgruppen (bspw. im gewerblichen Bereich) überhaupt nicht in der Lage sind (oder seien werden), bis zur regulären Altersgrenze zu arbeiten.

Der Arbeitgeber muss den Anspruch auf Entgeltumwandlung zur nächsten Entgeltfälligkeit erfüllen, sobald er an ihn herangetragen wird. Schonfristen gibt es nicht.

für Abschlussvertreter?

Abschlussvertreter (Versicherungsmakler, -vermittler, etc.) sollten sich mit den Grundlagen der Materie vertraut machen.
Der "Abschluss einer bAV" ist deutlich mehr, als eine Driektversicherung an einen Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zur verkaufen oder einen Rahmenvertrag zu platzieren. Bei der Behandlung der bAV fällt auf, dass die evident wichtige Voraussetzung zum Vorliegen einer bAV, die Versorgungszusage des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, im Vokabular der Abschlussvertreter nicht vorkommt. Kennt der Abschlussvertreter die Grundlagen nicht, sind haftungsträchtige Beratungsfehler vorprogrammiert.

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